Stiftungder Deutschen Lions

PAULs auf Kuba angekommen

An Gesundheitsstationen, in Schulen und Gemeindezentren werden die 80 PAULs auf Kuba genutzt. (Foto: cbm)

Nach dem verheerenden Hurrikan Matthew wurden 80 PAULs auf Anfrage der Christoffel-Blindenmission (CBM) gen Karibik verladen. Der Hurrikan hinterließ vor allem in den östlichen Provinzen Kubas enorme Zerstörungen. Besonders auf dem Land brach die Versorgung mit Wasser ab, Stromausfälle machen das Abkochen von Trinkwasser unmöglich. Die Gefahr des Ausbruchs von Krankheiten durch verunreinigtes Wasser ist stark erhöht.

Im Rahmen ihres Nothilfe-Programms für die Karibik kalkulierte die CBM den Wasserbedarf für über 41.000 Menschen. In enger Zusammenarbeit mit dem lokalen Partner aus dem SightFirst-Projekt, dem Kirchenrat Kubas (Consejo des Iglesias), werden die PAULs in die Projektregionen transportiert. Die Kosten für den Transport und die Schulungen übernimmt die CBM. Da schon vor der Katastrophe rund 70 % der Haushalte nur unzureichend mit sauberem Wasser versorgt werden konnten, werden die PAULs die Wasserversorgung nun dauerhaft und nachhaltig verbessern.

In Kuba ist PAUL ein alter Bekannter

Dass die CBM gerne und mit Freude die Anfrage nach 80 Lions-PAULs für Kuba an das HDL richtete, hängt mit den guten Einsatzbedingungen für PAUL in Kuba zusammen. Ende 2015 wurde hier ein großes Gemeinschaftsprojekt der deutschen Lions mit LCIF und der CBM abgeschlossen, das in allen kubanischen Provinzen die klinische Ausstattung und die personelle Situation zur Versorgung von blinden und sehbehinderten Kindern verbessert hat. Im Rahmen des Projekts wurde mit 16 ländlichen Gesundheitsstationen in allen Provinzen Kubas zusammengearbeitet. Erste PAULs kamen an einigen dieser Gesundheitsstationen zum Einsatz und laufen nun dank Gebrauchsanweisungen und einführender Schulungen des betreuenden Personals erfolgreich im Dauerbetrieb. Diese Erfahrungen und die bestehenden Kenntnisse geben die Mitarbeiter nun weiter und ermöglichen damit einen unmittelbaren Nutzen der 80 neuen PAULs.

Carlos beherbergt einen PAUL und bekommt jetzt viel Besuch

Carlos (siehe Bild oben) lebt in der Provinz Guantánamo. Bei seinem Haus hat Hurrikan Matthew das ganze Dach abgedeckt. Trotzdem hat er sich bereit erklärt, einen PAUL bei sich aufzustellen, den ihm der „Conjejo des Iglesias“ gebracht hat und sich um die Wartung und die Wasserausgabe an die Gemeindemitglieder seines Dorfes zu kümmern. Immer wenn er über den Filter spricht, leuchtet sein Gesicht auf und er besteht darauf zu erklären, warum der Wasserfilter so wichtig ist. „Er filtert schnell“, sagt er, „Und in diesen schweren Zeiten nach der Katastrophe hat er uns sehr geholfen die Verbreitung von Krankheiten zu stoppen.“
Und dafür hat er auch ein konkretes Beispiel zu berichten. „Eine Abordnung aus einer anderen Provinz war hier, um uns bei der Reparatur der Stromversorgung zu helfen. Als ihr mitgebrachtes Wasser leer war und sie unseres tranken, bekamen sie alle Magenprobleme. Nachdem der Filter da war und sie das gefilterte Wasser tranken, hatte sich das Problem schnell erledigt und sie konnten weiter arbeiten.“ Carlos erzählt, dass alle dankbar und sehr glücklich darüber sind, dass sie diesen Filter von den Lions bekommen haben. Weil er so wertvoll für alle ist, hat er auch keine „Öffnungszeiten“ für die Wasserausgabe mit dem von ihm betreuten PAUL festgelegt.

Die Nachbarn können immer kommen, selbst wenn es wegen zu geringer Lagerungsmöglichkeiten manchmal mehr als dreimal am Tag nötig ist. Dadurch hat er jetzt jeden Tag reichlich Besuch in seinem Haus ohne Dach. „Der Filter tut seine Arbeit gut und er soll sie für alle tun! Jeden Tag und sooft Wasser gebraucht wird,  kann jeder kommen“, schließt er zufrieden seinen Bericht.
Herzlichen Dank an alle Spender für "Wasser ist Leben"!

Helfen Sie, das PAUL-Lager wieder aufzufüllen!

Mit rund 1.300 Euro kann ein neuer PAUL, inkl. Lagerkosten finanziert werden. Damit wir weltweit den Zugang zu sauberem Wasser und Hygiene für möglichst viele Menschen verbessern und PAUL zielgerichtet und nachhaltig zum Einsatz bringen können, bitten wir um Spenden unter dem Verwendungszweck:

„Wasser ist Leben“
Hilfswerk der Deutschen Lions e.V.
Frankfurter Volksbank eG
IBAN: DE83 5019 0000 0000 3005 00, BIC: FF VBD EFF (FFVBDEFF)

80 PAULs für Kuba

Wasserfilter vom Typ PAUL liefern in Kuba sauberes Wasser für über 40.000 Menschen
Auf Anfrage unseres langjährigen Partners, der Christoffel-Blindenmission (CBM), und dank der durch das gemeinsame Projekt auf Kuba vorhandenen personellen Infrastruktur werden 80 PAULs auf Kuba zum Einsatz kommen.

Das PAUL-Lager wird geleert: Von Tönisvorst aus, dem Standort von action medeor gehen 80 PAULs nach Kuba. (Foto: action medeor)

Auch hier hinterließ Hurrikan Matthew enorme Zerstörungen – vor allem in den Ostprovinzen. Insbesondere in den ländlichen Gemeinden wurde der Zugang zu sauberem Trinkwasser unterbrochen, durch Stromausfälle kann das Wasser nicht mehr abgekocht werden, und die Gefahr des Ausbruchs von Krankheiten durch verunreinigtes Wasser ist stark erhöht.

Nothilfe-Programm nach Hurrikan Matthew

Die CBM wird im Rahmen ihres geplanten Nothilfe-Programms für Haiti und die betroffenen Provinzen auf Kuba 80 PAULs an Gesundheitsstationen einsetzen. Hierbei wurde der Bedarf von über 41.000 Menschen kalkuliert. Bis Ende November ist in enger Zusammenarbeit mit dem Consejo des Iglesias Cuba (CIC) geplant, die PAULs per Luftfracht und Lkw in die Projektregionen zu transportieren. Auch über die Nothilfephase hinaus können die Menschen in den Gemeinden von der Bereitstellung des sauberen Wassers profitieren, und die Wasserversorgung, die schon vor der Katastrophe in rund 70 Prozent der Haushalte unzureichend war, kann nachhaltig verbessert werden.

Gut begleitet: PAULs haben sich auf Kuba bewährt

Durch vorhergegangene Einsätze von PAUL verfügen die Partner bereits über Erfahrungen mit dem Wasserfilter. Die zusätzlichen Kosten für den Transport, für Einsatz und Schulungen, für die Wartung sowie begleitende Maßnahmen übernimmt die CBM. Wir halten Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden!

Feierlicher Abschluss: Verbesserung der augenmedizinischen Versorgung in allen Provinzen Kubas

Teil des Projekts: An der Escuela Especial José Marti werden blinde und sehbehinderte Kinder unter Berücksichtigung ihrer besonderen Lernbedürfnisse unterrichtet. (Foto: HDL)

Grundlage für die erfolgreiche Durchführung des Projekts war ein zwischen dem Hilfswerk der Deutschen Lions (HDL) und der internationalen Lions-Stiftung (LCIF) gechlossenes Memorandum of Understanding im Rahmen der Lions Clubs International Convention 2013 in Hamburg.

Am 08. Juli 2013 unterzeichneten PIP Dr. Wing Kun Tam, damals amtierender Vorstand der Lions Clubs International Foundation, das Abkommen über eine offizielle und kontinuierliche strategische und praktische Zusammenarbeit. Projekte, vor allem im Bereich Lichtblicke/SightFirst, sollen durch die Bündelung der Kräfte der beteiligten Partnergestärkt und wo es möglich ist, gemeinsam identifiziert, initiiert, finanziert und abgewickelt werden. Inhalt der Vereinbarung war daher nicht nur die Absichtserklärung, sich in Zukunft bei der Projektauswahl großer internationaler Hilfsprojekte abzustimmen, sondern dabei auch die durch das deutsche Lions-Hilfswerk etablierten Ko-finanzierungsmöglichkeiten gemeinsam zu nutzen. Als Pilotprojekt für die gestärkte Zusammenarbeit war die Unterstützung eines umfassenden Projekts für die Verbesserung der augenmedizinischen Versorgung in Kuba ausgewählt.

Zum feierlichen Abschluss des Projekts im November 2015 reiste eine Delegation aus Deutschland bestehend aus dem Governorratsvorsitzenden 2015/2016, Daniel Isenrich, HDL-Geschäftsführer Volker Weyel sowie Peter Schißl, Geschäftsführer der CBM nach Kuba. Aus den USA war, neben Mitarbeitern von LCIF, der internationale Präsident 2015/2015 und Vorsitzende von LCIF im Jahr 2015/2016, PIP Joe Preston mit von der Partie.

Zahlen, die überzeugen

Der langjährigen operative Projektpartner der Lions, die Christoffel-Blindenmission (CBM) hatte das Projekt vorbereitet und mit dem HDL beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) einen Zuschussantrag eingereicht. Die Zahlen überzeugen: Bei einer Eigenbeteiligung von insgesamt rund 104.244 Euro die LCIF, CBM und deutsche Lions zu gleichen Teilen übernahmen, wurde das Projekt mit einem 75%igen Zuschuss (in Höhe von rund 312.732 Euro) durch das BMZ unterstützt.

Verbesserte Vorsoge und Behandlungsmöglichkeiten für Kinder

Mit einem Gesamtvolumen von ca. 417.000 Euro konnten mit der Umsetzung des Projekts in allen kubanischen Provinzen die Augenarbeit und die klinische Ausstattung beispielhaft verbessert werden. Die Komponente Low Vision hat ihren besonderen Schwerpunkt in den westlichen Regionen Pinar del Río, Mayabeque und Cienfuegos. Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität der von Sehbehinderung bedrohten oder betroffenen Kinder durch verbesserte Früherkennung und Stärkung der Rehabilitationsmöglichkeiten für stark sehbehinderte Kinder. Dazu gehören die Ausstattung von 16 Gesundheitsstationen in den Projektregionen, die Ausbildung von Fachpersonal und die Weiterbildung von Lehrern und Therapeuten.

Die Zahl der blinden und sehbehinderten Kinder in ganz Kuba wird auf rund 18.000 geschätzt – Kinder, die ohne Hilfe ihr Leben lang auf Unterstützung angewiesen wären und nicht am normalen Leben teilhaben könnten.

Von diesem Projekt profitieren vor allem die ländlichen Regionen Kubas, in denen systematisch die Möglichkeiten zur Behandlung und Prävention von Frühgeborenen-Retinopathie (ROP) und die Rehabilitation und Inklusion stark sehbehinderter Kinder (Low Vision) verbessert wurden.

Fazit: Gelungenes Pilotprojekt

Das Projekt darf als gelungenes Pilotprojekt für die weitere transatlantische Zusammenarbeit gelten. Der LCIF-Vorsitzende 2015/2016 PIP Joe Preston sagte vor Ort spontan zu, sich mit seiner Organisation an einem großen Planungsworkshop im Februar zur weiteren Verbesserung der Blindheitsverhütung in Kuba zu beteiligen. Gegenüber dem Governorratsvorsitzenden der deutschen Lions in 2015/2016, Daniel Isenrich sprach er seinen nachdrücklichen Dank dafür aus, dass der MD 111 diese für alle Beteiligten fruchtbare und zukunftsweisende Kooperation angestoßen habe. Er sehe gespannt neuen gemeinsamen Projekten entgegen.