Lions für Klimaschutz

Vermeiden, kompensieren, spenden

Neben der Emissionsvermeidung sind der Einsatz erneuerbarer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz die wirksamsten Methoden zum globalen Klimaschutz. In Kooperation mit der Klimaschutzorganisation atmosfair sind die deutschen Lions aktiv für den Klimaschutz.

Lions werben weiterhin innerhalb und außerhalb ihrer Organisation um Spenden und vor allem um die Kompensation von Veranstaltungen und Reisen. In Kürze wird auch eine Vorlage zur Berechnung der Kompensationsmenge für Sitzungen und Veranstaltungen der Lions zur Verfügung stehen.
Alle Spenden aus den Kompensationszahlungen fließen in das Lions-Projekt "Effiziente Kochöfen für Westbengalen".

Auf dem Kongress der Deutschen Lions in Berlin im Mai 2017 schlossen die Lions eine Kooperation mit der Klimaschutzorganisation atmosfair. Mit CO²-Kompensation für Veranstaltungen und Reisen sowie der direkten Unterstützung eines Klimaschutzprojektes in Westbengalen, Indien wollen Lions dazu beitragen, die Klimabilanz zu verbessern.

Mit diesem Projekt engagieren sich die Lions für das Weltklima und helfen gleichzeitig Menschen mit sehr niedrigen Einkommen in Indien. Energieeffiziente Kochöfen halbieren den Holzverbrauch und verbessern die Lebensbedingungen ihrer Nutzer entscheidend.

Klimaschutz bei Lions kam, um zu bleiben

Bis zum Ende des Jahres 2019 konnten mit der Kompensation von CO2-Emissionen und direkten Spenden für das Lions-Klimaschutzprojekt über 2.000 hocheffiziente Kochöfen finanziert werden!

Ausgezeichnet: Lions-Projekt vereint Soziales und Umweltschutz

Die positiven Effekte des Projekts sind immens, denn es dient über den Klimaschutz hinaus auch der nachhaltigen Verbesserung der Lebenssituation der Menschen und der Stärkung der lokalen Wirtschaft. Im Program of Activities (PoA 10292) des UN-Klimasekretariats ist der aktive Beitrag dieses Projekts zum Klimaschutz im Clean Development Mechanism offiziell anerkannt. Es ist mit dem Gold Standard®, zertifiziert - dem höchsten Qualitätsstandard für Kompensationsprojekte. Jeder Kochofen spart rund drei Tonnen CO2 pro Jahr ein. Das Kochen wird schneller und effizienter, der Holzverbrauch wird gegenüber den traditionellen Kochmethoden halbiert. Das vermindert die Abholzung und schont die Haushaltskasse. Atemwegserkrankungen durch starke Rauchentwicklung offener Feuerstellen in Häusern werden vermieden. Frauen und Kinder profitieren davon besonders.

Nach dem Projektstart im März 2018 in der Bankura-Region in Westbengalen wurde die weitere Ausgabe der Öfen ab September 2018 wegen politischer Unruhen in die weiter südlich gelegene Region Uluberia verlagert. Insgesamt können nun rund 250 Familien in Bankura und 1300 Familien in Uluberia mit einem hocheffizienten Ofen statt auf rauchenden und rußenden offenen Feuerstellen kochen.

Auch die wirtschaftliche Lage der Menschen hat sich verbessert. Die Familien sparen nicht nur etwa die Hälfte des Feuerholzes, sondern können die, von den Holzvergaseröfen als Beiprodukt produzierte Holzkohle verkaufen. In der Region Uluberia fanden sechs Menschen Arbeit, die für die Sammlung und den Weiterverkauf dieser Kohle zuständig sind und die damit im Jahr 2019 insgesamt Einnahmen von knapp 16.000 Euro für die Menge von über 150.000 kg Holzkohle generieren konnten.

Lions bleiben dabei

Die Herstellung und Verteilung von weiteren fast 600 weiteren hocheffizienten Kochöfen ist durch Spenden und CO2-Kompensationszahlungen gedeckt. Unser Partner atmosfair schätzt den Bedarf auf über 30.000 Öfen für die Region Uluberia.

Klimafreundliche Lions-Veranstaltungen

Zusätzlich zur persönlichen Klimakompensation, sollen zukünftig auch immer mehr große Lions-Veranstaltungen CO2-Kompensation leisten und der Klimaschutz dort, z. B. in Workshops, thematisiert werden. Zusammen mit atmosfair wurden für die World-Convention der Lions, der LCICon 2019 in Mailand die bedeutendsten Quellen von Treibhausgasen quantifiziert: 66.000 kWh Strom, 40.000 kWh Heiz- und Kühlbedarf, 7.125 m3 Wasserverbrauch, 135 Tonnen Müll und 500.000 Personenkilometer Shuttlefahrten haben zusammen Emissionen von 119.720 kg CO2-Äquivalenten verursacht. Die Kompensationssumme hierfür wurde mit 2.754 € berechnet und durch Aktionen der deutschen Lions und der LEOs, der Jugendorganisation der Lions, eingeworben und in unser Projekt gespendet.

Damit auch jeder einzelne Lions Club klimafreundlicher werden kann, besteht die Möglichkeit, sich mit der Verpflichtung der Kompensation von CO2, mit der der Gegenwert von 10 oder mehr Öfen finanziert ist, als „klimafreundlicher Lions oder LEO-Club“ auszeichnen zu lassen. Interessierte Lions Clubs wenden sich für mehr Informationen bitte an stiftung(at)lions.de.

Bitte spenden auch Sie für unser Klimaschutz-Projekt und helfen, aktiv unser Klima zu schonen!

Hier geht es direkt zur Online-Spende

Auftakt - Ausgabe der effizienten Ofen gestartet

Der 4. März 2018 war ein besonderer Tag für die teilweise in extremer Armut lebenden Familien in den Walddörfern des Bezirks Bankura in West-Bengalen-Indien. Sie wurden zu einer Vorführung der emissionsarmen effizienten Kochöfen eingeladen, die von Lions Club International, dem Hersteller der Öfen, Sapient Infotech aus Kolkata und Vertretern der Klimaschutzorganisation atmosfair aus Berlin organisiert wurden. Im Bezirk Bankura verwenden die meisten Familien bisher traditionelle Öfen für die Zubereitung ihrer Speisen. Diese Öfen verbrauchen große Mengen Feuerholz und das offene Feuer produziert beim Kochen immens viel Rauch. Der Rauch schädigt Augen und Atemwege der Nutzer, insbesondere der Frauen und Kinder, die für das Kochen zu Hause verantwortlich sind.

Auftakt für Klimaschutzprojekt der deutschen Lions

Die deutschen Lions kooperieren mit atmosfair, um das Bewusstsein für Klimaschutz innerhalb ihrer Organisation zu etablieren. CO2-Kompensationszahlungen von Reisen und Veranstaltungen sowie direkte Spenden werden dazu verwendet, effiziente Kochöfen nach Westbengalen zu bringen. Die Umsetzung des Projekts sollte starten, sobald die Finanzierung von 500 Öfen durch Lions erreicht war. Auf dem Europaforum in Montreux wurden indische Lions auf das Projekt aufmerksam und schlossen sich dem Vorhaben an. Inzwischen ist die Finanzierung von mehr als 1.000 Kochöfen sichergestellt. Als erster Schritt wurde im Dezember 2017 mit der Produktion und dem Vertrieb der Lions-Öfen begonnen.

Erfolgreicher Start - große Nachfrage

Der offizielle Start des Projekts in der Dorfgemeinschaftshalle von Hatirampur zog über 50 interessierte Personen aus den Dörfern sowie lokale Stakeholder an. Eine Delegation der indischen Lions, vertreten durch Bishnu Bajoria und sechs weitere Lions-Mitglieder, waren beeindruckt von der Funktionsweise des Ofens. Moulindu Banerjee von Sapient Infotech, Ofenproduzent und Projektleiter, war vollends zufrieden mit der Veranstaltung: "Es war ein toller Tag und alle waren glücklich mit dem Projektstart." Laut einer lokalen NGO,dem Centre of Sustainable Solutions (CSS), die die Ausgabe der Kochöfen vor Ort unterstützt, war vor allem der Doppelvorteil, dass der Kochofen fast wie auf Gas kocht und zusätzlich durch den Verkauf der bei der Verbrennung erzeugten Holzkohle Einkommen generiert, für die Menschen Anreiz genug einen solch zukunftsweisenden Ofen besitzen zu wollen und die Veranstaltung zu besuchen.

Vorteile zukunftsweisend und überzeugend

Unnati Mandi aus dem Dorf Bagaldhara sagte, dass sie den Ofen haben wollte, weil es ihr Zeit geben würde, ihrer Tochter am Abend beim Lernen zu helfen: "Zeit, die sonst mit Kochen verbracht werden müsste!" Sanati Mandi aus einem anderen Dorf gefiel der Kochofen auf Anhieb und sie wollte unbedingt einen für sich erwerben. Sie sagte, dass der Kauf des Ofens ein gutes Geschäft ist, da er die Brennstoffmenge und somit die Ausgaben verringert und Zeit spart. Darüber hinaus war auch für sie ein Alleinstellungsmerkmal des Ofens, dass das Einkommen aus dem Verkauf von Holzkohle nicht nur die Investition zurückzahlt, sondern nach etwa 10 Monaten auch ein zusätzliches Einkommen für die Familie einbringt.
Fazit: Die Auftaktveranstaltung zeigte das große Interesse und den hohen Bedarf  effizienten Kochöfen in der Zielregion. Auch unser Partner atmosfair freut sich über den guten Start und hofft auf eine erfolgreiche Fortsetzung der Kooperation in Deutschland und darüber hinaus. Die Umsetzung unseres Lions-Klimaschutzprojekt hat begonnen und wir sind zuversichtlich, dass das "nur" der Anfang ist.

Auf dem Weg zu etwas Großem in Sachen Klimaschutz: In Zukunft werden rund 1.000 Familien mehr in Westbengalen mit energieeffizienten Öfen statt auf tradtionellen Holzfeuern kochen.
Mit den effizienten Koch-Öfen sparen die Familien Holz und die geringere Rauchentwicklung schont Gesundheit und Umwelt. (Foto: atmosfair)

Zum Jahresbeginn: Erster Meilenstein für den Klimaschutz erreicht

500 hocheffiziente Koch-Öfen für ein Klimaschutzprojekt in Westbengalen, Indien, so lautete der erste, selbstgesetzte Meilenstein der deutschen Lions Clubs für ihre Klimaschutz-Initiative, die erste eines weltweiten Service-Clubs. In Kooperation mit der Klimaschutzorganisation atmosfair sollte mit Erreichen dieser Zahl das Klimaschutzprojekt starten.

Mit Beginn dieses Jahres haben die deutschen Lions, dank internationaler Unterstützung, diesen Meilenstein nicht nur erreicht, sondern weit übertroffen. 1.000 energieeffiziente Koch-Öfen werden ab Mitte Februar 2018 in Westbengalen, Indien zum Einsatz gebracht. Dank internationaler Unterstützung konnten die deutschen Lions innerhalb kürzester Zeit durch Kompensationszahlungen und Direktspenden den Start des Lions-Klimaschutzprojekts möglich machen.

1.000 effiziente Kochöfen helfen 1.000 Familien ...und dem Klimaschutz

Auf dem Lions-Europa-Forum im September 2017 in Montreux hatte ein Vertreter der indischen Lions sich für das Projekt begeistert und in Aussicht gestellt, 250 Kochöfen zu finanzieren, wenn die deutschen Lions ihrerseits die Finanzierung für 250 Kochöfen stellen. Der Aufruf unter den Lions führte zu einem durchschlagenden Erfolg. Die innerhalb von 6 Wochen eingegangenen Spenden ermöglichten die Gesamtsumme von 1.000 Öfen. Der erste energieeffiziente Lions-Kochofen erhielt beim Lions-ISAAME Forum in Kolkata (Lions-Forum für die Mitglieder aus India, South Asia, Afrika und Middle East) die große Bühne: Vor über 2.000 Teilnehmenden konnte die deutsche Delegation den ersten von über 1.000 energieeffizienten Kochofen überreichen.

1.000 Familien in Westbengalen werden in Zukunft nicht mehr dem Qualm offener Feuerstellen mit seinen gesundheitlichen Folgen ausgesetzt sein. Über 3.000 Tonnen Kohlendioxid werden der Atmosphäre pro Jahr erspart. 1.000 Familien müssen nur noch die Hälfte der bisher benötigten Brennholzmenge sammeln bzw. kaufen. Von der Herstellung der Öfen profitieren einheimische Arbeiterinnen und Arbeiter und die Belastung natürlicher Wälder durch illegale Holzentnahme wird reduziert.

Auf www.lions.de können Sie mit dem CO²-Kompensationsrechner die Emissionen Ihrer nächsten Reise ausrechnen und per Spende kompensieren.

Hier geht es zum Emissionsrechner auf lions.de

Um das Projekt "Effiziente Koch-Öfen in Westbengalen" direkt zu unterstützen, können Sie online auf unser Projektkonto für die effizienten Öfen spenden.

Lions für WaSH in Indien

Wasser ist Leben

Mit WaSH-Projekten verfolgen Lions einen umfassenden Ansatz zur Lösung eines der größten Probleme des 21. Jahrhunderts, denn nur die Kombination von Wasser - Sanitär - Hygiene hilft umfassend. Mit unserem aktuellen WaSH-Projekt im Norden Indiens verbessern wir nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ mit umfassenden kapazitätsfördernden Maßnahmen die Lebenssituation von rund 300.000 Menschen Unsere Lions-WaSH-Projekte werden in der Planung an die individuellen Gegebenheiten in den jeweiligen Projektregionen angepasst. Die Projekte sind modular aufgebaut. Je nach Ausgangssituation kann ein Projekt unterschiedliche Schwerpunkte setzen oder einzelne Komponenten können von verschiedenen Akteuren – nichtstaatlichen oder staatlichen – übernommen werden. Idealerweise greifen die Maßnahmen ineinander und sichern so von Beginn an die eigenverantwortliche Fortführung der Maßnahmen durch die Zielgruppe nach Projektabschluss und damit die Nachhaltigkeit.

Hier helfen wir:

Unsere Projektregion befindet sich in der Ganges-Ebene im Süden des Himalajas in den drei dicht besiedelten Bundesstaaten Uttar Pradesh, Bihar und Westbengalen. Dort leben rund 400 Millionen Menschen, das sind rund 33 Prozent der Gesamtbevölkerung Indiens. Die drei Bundesstaaten haben eine Bevölkerungsdichte von durchschnittlich 1.050 Einwohner pro Quadratkilometer (vgl. Deutschland 233 Einwohner pro Quadratkilometer). 80 Prozent der Bevölkerung lebt auf dem Land und hat kaum Zugang zu Bildung und Erwerbstätigkeiten außerhalb der Subsistenz- und Landwirtschaft. Das spiegelt sich auch in der hohen  Analphabeten-Quote von 70 Prozent wieder.

Armut als Ursache und Folge von schweren Erkrankungen

Je nach Region haben lediglich 14 bis zu max. 50 Prozent der Menschen Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäreinrichtungen. Das hat ein hohes Vorkommen an durch kontaminiertes Wasser und mangelnde Hygiene verursachte Krankheiten, sogenannten „Water borne diseases“ zur Folge. Dazu zählen in der Region schwere Erkrankungen, die in der westlichen Welt kaum noch eine Rolle spielen oder sogar völlig unbekannt sind. Verbreitet sind hier die "vernachlässigten Tropenkrankheiten" (NTDs=Neglected Tropical Diseases, siehe "Begriffserklärungen") wie Lepra, Lymphatische Filariose (Elephantiasis) oder Trachom (Flussblindheit). Unzureichende Hygiene, zu späte Diagnose und Behandlung führen bei diesen Erkrankungen nicht selten zu lebenslangen Behinderungen, die gleichermaßen Ursache wie Folge von Armut sind.

Gesundheit durch Aufklärung

Unser Projekt vermittelt Wissen und befähigt die Gemeinden damit, WaSH-Infrastruktur von der Regierung einzufordern oder bestenfalls selbst zu schaffen und sie langfristig zu erhalten. Zusätzlich verbessern die Maßnahmen die Lebenssituation der von NTDs betroffenen Menschen durch Stärkung der Gesundheitsdienste und Aufklärung der Bevölkerung.

Das wollen wir erreichen – Ziele in Zahlen:

  • 100.000 Menschen werden direkt durch eine Verbesserung der WaSH-Situation in ihren Gemeinden erreicht und weitere 200.000 Personen profitieren indirekt durch zielgerichtete Aufklärung über Krankheiten und Behinderungen sowie einem verbesserten Bewusstsein zu Hygiene und Gesundheit.
  • 10.000 von Lepra betroffene (neue und alte Fälle) und 12.600 von Lymphatischer Filariose betroffene Personen erhalten Behandlung und profitieren von einem verbesserten Krankheitsmanagement.
  • 6.300 Menschen mit Lymphatischer Filariose oder Lepra erhalten Zugang zu augenmedizinischen Dienstleistungen, inkl. Kataraktoperationen.
  • Mehr als 500 Interessenvertreter = Entscheidungsträger, Vertreter von Bürgerinitiativen, Lehrer, Gesundheitspersonal - auf Bezirks- und Distriktebene sensibilisiert.

Unsere Projektbausteine:

Sensibilisierung der Bevölkerung

Um den Zusammenhang zwischen Hygiene und Gesundheit nachhaltig zu vermitteln ist die Sensibilisierung der Bevölkerung wichtigster Projektbaustein. Nur dann sehen die Menschen Anlass, vorhandene oder neu geschaffene WaSH-Angebote anzunehmen und ihr eigenes Verhalten zu ändern. Hierzu werden in den Projektregionen 100 Dorfsensibilisierungstreffen mit geeigneten Materialien zu hygienischem Verhalten und dem Zusammenhang mit Krankheiten abgehalten. Aufklärung über die Krankheitsbilder und ihre Ursachen vermindern die Stigmatisierung von Menschen mit Lepra oder Lymphatischer Filariose. Aufgrund der hohen Analphabeten-Quote, muss mit verschiedensten Medien gearbeitet werden, wie etwa Flyern, Postern, TV- und Radio-Spots, oder auch Kundgebungen durch Lautsprecher.

Stärkung der WaSH-Anbieter und Gesundheitsdienste

Meistens liegt die WASH-Versorgung in einer Gemeinde in der Verantwortung der lokalen Behörden wie  den dörflichen Selbstverwaltungen. Teilweise gibt es bereits Village Sanitation Comittees (VSC ), die jedoch reaktiviert, ggf. personell verstärkt und für die Bedarfe sensibilisiert werden müssen und durch Schulungen in Sachen Gremienarbeit und WaSH gestärkt werden. Mit der Erarbeitung von Qualitätsrichtlinien, Checklisten und Schulungen sollen sie zukünftig befähigt werden, WaSH-Dienste in guter Qualität zur Verfügung zu stellen und den Zugang aller Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten. Für Mitarbeitende in den Gesundheitsdiensten verbessern Schulungen die Fähigkeiten zur rechtzeitigen Diagnose von Krankheiten und vermitteln Wissen über die richtige Behandlung.

Eigenverantwortung und Handlungsfähigkeit stärken

Um die Gemeinden zu stärken ihre Eigenverantwortung wahrzunehmen, werden sie in sogenannten öffentlichen Beratungen mit jeweils 150 Teilnehmern je Dorf zur Bestandsaufnahme angeleitet. Die Wünsche der Bevölkerung werden aufgenommen und zur anschließenden Ausarbeitung eines Umsetzungsplans ausgewertet. Außerdem erhalten die Gemeinde-Regierungen und Village Sanitation Comittees Informationen und Hilfestellungen zu staatlichen Fördermöglichkeiten und Programmen. In sechs Modelldörfern soll außerdem das „Bhagidari-Modell“ etabliert werden. Im Rahmen dieses Modells werden alle WASH-Dienstleistungen in den Dörfern, d.h. Wassermanagement, Toiletten, Abfallmanagement und die Aufrechterhaltung der sanitären Einrichtungen, unter aktiver Beteiligung der Zielgemeinden verwaltet. Die Idee ist, die Menschen zu motivieren, diese Dienste nicht nur zu nutzen, sondern sie auch zu erhalten. Durch die Mitarbeit von Beginn an, entwickeln die beteiligten Personen ein Besitzgefühl und damit ein persönliches Interesse am Erhalt der geschaffenen Strukturen. Für einige Maßnahmen können staatliche Zuschüsse beantragt werden, oft hat sich auch ein kleines Nutzungsentgelt zur langfristigen Finanzierung bewährt. Das Modell soll Schule machen und später auch in weiteren Dörfern übernommen werden.

Nachhaltiger Ansatz – Hilfe zur Selbsthilfe

Mit diesem Projekt verbessern wir nachhaltig die Lebenssituation von über 300.000 Menschen. Vor allem aber haben Projekte wie dieses einen „Leuchtturm-Charakter“ und regen zur Nachahmung an. Die Weitergabe des vermittelten Wissens kann quasi unbegrenzt fortgesetzt werden und eine Sensibilisierung für die Bedürfnisse aller Mitglieder einer Gemeinde entfaltet meist ganz von selbst eine Strahlwirkung. Im Gegensatz zu diesem Projekt wird die reine Bereitstellung von Infrastruktur seit einigen Jahren nur noch unter bestimmten Voraussetzungen von der staatlichen Entwicklungshilfe gefördert. Unser Projekt folgt dieser Linie, wir legen die Basis für Nachhaltigkeit und die erfolgreiche Fortschreibung aller mit dem Gesamtprojekt verbundenen Arbeiten.

Helfen auch Sie -
Spenden Sie für „Wasser ist Leben“!

Bei geeigneter Planung können wir für unsere WaSH-Projekte hohe Fördersummen vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) beantragen. Für dieses WaSH-Projekt in Indien hat das BMZ bereits Ende 2020 eine 75-prozentige Förderung bewilligt. Offizieller Start des Projekts war Mitte November 2020, die Laufzeit beträgt drei Jahre.

„Wasser ist Leben“ ist kein neues Thema für Lions aber eines der ganz großen! Helfen Sie mit, für so viele Menschen wie möglich dieses wichtige Überlebensmittel zu erhalten, zugänglich zu machen und ihnen zu ermöglichen, ein gesundes Leben zu führen.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Jetzt spenden!

 

Begriffserklärungen:

WaSH

Wasser=Bereitstellung von Infrastruktur zur Wasserversorgung durch Brunnenbau oder Sammeln von Regenwasser. Bei Erfordernis gehören auch Anlagen zur Aufbereitung kontaminierten Wassers dazu.

Sanitäranlagen=Die Bereitstellung menschenwürdiger Sanitäranlagen, hierzu gehört auch eine umweltgerechte Entsorgung von Fäkalien und Schmutzwasser durch biologischen Abbau, Kläranlagen, Biogasanlagen etc.

Hygiene=Bereitstellung von Hygiene Infrastruktur sowie Bewusstseinsbildung und Vermittlung von Wissen über die Wichtigkeit individueller und gemeinschaftlicher Hygiene im Zusammenhang mit Krankheiten.

NTD – Neglected Tropical Diseases
Lymphatische Filariose trifft Menschen jedes Alters. Meist wird sie durch Fadenwürmer ausgelöst.

... zu Deutsch: vernachlässigte Tropenkrankheiten sind Krankheiten die gemeinsam haben, dass sie nahezu keine Aufmerksamkeit von der Öffentlichkeit, von der (angewandten) Forschung, von staatlichen Institutionen und (Pharma-)Unternehmen erhalten, weil sie in der reichen Welt keine oder kaum noch eine Rolle spielen.
NTDs treffen vor allem Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Anlagen und medizinischer Versorgung, ohne Gesundheits- und Hygienewissen - kurz: Menschen, die in Armut leben müssen, weshalb die Betroffenen ebenfalls kaum Aufmerksamkeit erhalten
Für die betroffenen Menschen führen die Erkrankungen und die häufig daraus resultierenden Behinderungen zu einem Teufelskreis: Erwerbstätigkeit wird unmöglich, Behandlung und Medikamente sind nicht zugänglich oder zu teuer, die Erkrankten werden ausgegrenzt und stigmatisiert.

Capacity Building

... zielt auf den Aus- und Aufbau von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der lokalen Bevölkerung und gewährleistet eine nachhaltige Entwicklung. Grundlegende Elemente sind:

  • Unterstützung von Prozessen der Teilhabe von Gemeindemitgliedern in gemeinschaftliche Aktionen
  • Kompetenz/Befähigung von zumeist professionellen Akteuren, verschiedene Formen von Selbstorganisation zu unterstützen („Leadership“)
  • Vorhandene Ressourcen in einem Sozialraum nutzbar machen (z. B. Fähigkeiten und Fertigkeiten der Gemeindemitglieder, gut verankerte Organisationen, Zugang zu finanziellen Mitteln)
  • Beziehungsnetzwerke zwischen Organisationen oder Personengruppen fördern (sowohl formell-instrumentell als auch informell und emotional)
  • Aufbau von Gesundheitsförderungsangeboten stärken (einschließlich Überwindung von Zugangsbarrieren, Angebote für schwer erreichbare Zielgruppen)

 

Nothilfe nach Monsun

Lions helfen in Kerala mit PAUL 24.08.2018

Im südwestlichen Bundesstaat Kerala in Indien hat der Monsun Flüsse über die Ufer treten und Dämme brechen lassen. Schätzungsweise eine halbe Million Menschen sind obdachlos.

Es drohen Krankheiten und Seuchengefahr

"Ein großes Problem ist, die Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen und damit der Verbreitung von Krankheiten vorzubeugen", berichtet Dirk Angemeer von unserer Partnerorganisation action medeor.

Die deutschen Lions stellen als Sachspende zehn Wasserfilter vom Typ PAUL (*Portable Aqua Unit for Lifesaving), die im Lager bei action medeor auf ihren Einsatz warten, zur Verfügung. Die tragbaren Filter können leicht in das Katastrophengebiet transportiert werden und sind schnell einsetzbar. Mit jedem PAUL können täglich etwa 400 Menschen mit gefiltertem Wasser aus Flüssen oder Brunnen versorgt werden.

Dirk Angemeer (links) und Mario Nössemes von action medeor bereiten den Versand der Wasserfilter in die Überschwemmungsregionen vor. (Foto: action medeor)

Wasserfilter können wertvolle Hilfe leisten

Partner vor Ort sind die Salesianer Don Boscos. Sie betreuen 22 Einrichtungen in der Region und sind zum Teil selbst von den Überschwemmungen betroffen. „Zehn unserer Einrichtungen im Bundesstaat Kerala engagieren sich in der Nothilfe, wurden teilweise zu Notunterkünften umgewandelt und verteilen Hilfsgüter“, sagt Matthias-Sönke Witt von Don Bosco Mondo in Bonn, der die Nothilfe von Deutschland aus koordiniert. „Die Wasserfilter werden vor Ort dringend benötigt, da viele Brunnen in der Region zerstört oder verunreinigt wurden.“