Lions SEN im Club

Die demographische Entwicklung in einer Gesellschaft des langen Lebens führt  erfreulicherweise dazu, dass auch immer mehr Lions ein hohes Lebensalter erreichen. Aktuell sind 19.000 Lions in Deutschland mit zukünftig steigender Anzahl über 65 Jahre alt, und damit wächst das Potential für ein sinnerfüllendes ehrenamtliches Engagement in den Lions Clubs nach Beendigung der beruflichen Tätigkeit. Um die Aktivitäten von älteren Lions und die Teilnahme am Clubleben bis ins hohe Alter zu unterstützen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die auch dazu beitragen, dass diese sich nicht unnötigerweise aus dem Club zurückziehen oder sogar ihre langjährigen Kontakte abbrechen.

In den vorliegenden Handreichungen sind aus dem Bereich LIONS LIFE - LION SEN von Lions Deutschland dazu bewährte Vorschläge und Anregungen für alle Lions zusammengefasst.

AKTUELL: Aus aktuellem Anlass (März 2020) stellen wir außerdem gesondert die Empfehlungen des Fachbeirats zum Punkt "Kontakte", der in der aktuellen Situation (Corona-Krise) besondere Bedeutung erlangt, zur Verfügung.

Beide Texte stellen wir Ihnen auch zum Download zur Verfügung, dazu bitte auf die Links am Ende  der Texte klicken, die jeweilige Datei öffnet sich dann automatisch.

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Corona-Krise: Sorge um die älteren Lions

Angesichts der gegenwärtigen Corona-Krise zählen die Senioren insgesamt zur Risikogruppe und haben es somit nicht leicht. Sie sollen sich ganz besonders vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus hüten. So leben sie in häuslicher Abgeschiedenheit und müssen sich häufig sogar von Dritten mit Lebensmitteln, Medikamenten und anderen wichtigen Dingen versorgen lassen. Persönliche Kontakte zur Außenwelt sind rar. Das Gefühl der Vereinsamung kann die erzwungene Bewegungseinschränkung zusätzlich erschweren.

Völlig unabhängig von der Corona-Krise hatte der Fachbeirat „Senioren“ der Stiftung der deutschen Lions schon vor Monaten eine schriftliche Handreichung für die Unterstützung von älteren Lions durch Mitglieder ihres eigenen Clubs entworfen. In dieser Handreichung mit dem Titel „LIONS SEN im Club“ findet sich unter der Überschrift „Kontakte“ folgende Empfehlung: „Wenn ein Clubmitglied nun wirklich nicht mehr zu den Veranstaltungen kommen kann, so muss trotzdem Kontakt zu ihm gehalten werden durch Rundschreiben, Mitteilungen, Protokolle, Fotos, Besuche, Geburtstags- und Weihnachtskarten vom Präsidenten, Besuche im Krankheitsfall, Kontakt zu den Angehörigen.“  Auch zum verwitweten Ehepartner soll der Kontakt entsprechend gepflegt werden.

Schneller, heftiger und breiter gestreut als erwartet hat der Punkt „Kontakte“ durch das Corona-Virus an Bedeutung gewonnen.

Liebe Lions, schauen Sie sich bitte in Ihren Clubs um! Welche Clubmitglieder leiden unter der gegenwärtigen Situation? Wie können Sie ihnen helfen? Ein Patentrezept gibt es nicht. Jeder Einzelfall ist anders gelagert. Sie als Clubfreunde haben aber oft am ehesten Zugang zu den Betroffenen. Bieten Sie Ihre Hilfe an, und warten Sie nicht auf einen Hilferuf!

Lassen Sie es aber nicht nur bei der Unterstützung Ihrer Lionsfreunde bewenden, sondern kümmern Sie sich bitte auch um andere Mitmenschen! Denn in den Ethischen Grundsätzen der Lions steht folgende Verpflichtung: „Ich werde meinen Mitmenschen helfen, indem ich den Unglücklichen mit Trost, den Schwachen mit Tatkraft und den Bedürftigen mit meinen wirtschaftlichen Mitteln beistehe.“

Ein zentrale Frage bei der Hilfe ist die Art der Kontaktaufnahme. Hierbei kommen Telefon, Fax, Mobilphone, WhatsApp und eMails in Frage. Bedenken Sie aber, dass gerade ältere Mitmenschen im Umgang mit WhatsApp, eMails und dem Internet insgesamt oftmals nicht geschult sind. Das Lions-Projekt „Wir verbinden Sie“ beinhaltet die kostenlose Schulung von Senioren durch LEOs oder Lions, die in abgewandelter Form sicherlich auch über Telefon oder Mobiltelefon erfolgen kann. Von PDG Helmuth Zander können Sie unter der Kontaktadresse: stiftung@lions.de eine Power Point Präsentation erhalten, die das Projekt ausführlich erklärt.

Zeichen der Verbundenheit sind ein Gebot der Stunde in Krisenzeiten. Das Handbuch für Mitgliedschaftsbeauftragte der Lions Clubs drückt es so aus: „Wer die Freunde nicht ehrt, ist die Nadel nicht wert!“

Zusammengestellt von:
DGelect Walter Swoboda und PDG Ulrich Haag, Fachbeirat Senioren der SDL

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Handreichung - Lions SEN im Club

Unterstützung von älteren Lions durch Mitglieder ihres eigenen Lions Clubs

Grundgedanke:
Wenn Lions Clubs Senioren in der Gesellschaft unterstützen, so sollten sie darüber die Unterstützung von älteren Mitgliedern ihres eigenen Clubs nicht vernachlässigen. Oft sind es nur kleine Einschränkungen, die Clubmitglieder zum völligen Verzicht ihrer Teilnahme am Clubleben nötigen. Und oft entwickeln sich diese Störungen schleichend. Unser Ziel muss es sein, allen Lions die Teilnahme am Clubleben bis ins hohe Alter zu ermöglichen. Nicht zu vergessen ist dabei, dass das Clubleben einer zunehmenden Vereinsamung vorbeugen und so durchaus von größerer Bedeutung für den betroffenen Lion werden kann. Dazu mögen die folgenden Vorschläge hilfreich sein:

1) Zugang zum Veranstaltungsort

  • barrierefreier Zugang zum Lokal
  • barrierefreier Zugang zum WC-Bereich
  • benerdig
  • durch Personenaufzug erreichbar
  • für Rollstuhlfahrer behindertengerechtes WC               

2) Anfahrt zum Veranstaltungsort

  • Abholung von zu Hause aktiv anbieten, denn mit zunehmendem Alter fällt vielen Menschen auch das Autofahren wegen eingeschränkten Sehvermögens oder verlangsamter Reaktionsgeschwindigkeit schwerer. Die gemeinsame Hin- und Rückfahrt kann auch zum Gedankenaustausch unter Lionsfreunden genutzt werden
  • Parkplatz in unmittelbarer Nähe des Veranstaltungsortes freihalten (Heimfahrt meist in der Dunkelheit!)

3) Akustik bei Veranstaltungen

  • Platz nahe am Referenten freihalten
  • Bei größeren Veranstaltungen Mikrofon und Lautsprecher
  • Bei Stimmengewirr für Hörgeräteträger einen „Paten“ einsetzen

 
4) Sichtverhältnisse bei Veranstaltungen

  • Gute Ausleuchtung des Raumes
  • Gute Ausleuchtung auf den Tischen
  • Platz nahe an der Leinwand freihalten
  • Bei Vorträgen nicht zu kleine Schriftbilder oder Darstellungen verwenden
  • Klare Kontraste wählen

5) Essen

  • Angebot von kleineren Portionen

6) Sitzgelegenheiten

  • Sitz mit Blickrichtung zum Referenten bzw. zur Leinwand
  • Sitze mit Armlehnen anbieten
  • Bei Stehempfängen Sitzgelegenheiten entlang der Wand mit kleinen Abstelltischen

7) Temperatur

  • bei Sommerveranstaltung schattige Plätze bereithalten
  • bei Winter- (und auch Sommer-) veranstaltung für Aufwärmmöglichkeiten sorgen

8) Clubreisen

  • Plätze in den vorderen Reihen des Busses für Senioren freihalten, da ältere Menschen erfahrungsgemäß lieber vorne sitzen
  • Gelegenheiten zur WC-Benutzung einplanen
  • Koffertragen bzw. -rollen anbieten
  • Doppelzimmerwünsche von Alleinreisenden erfüllen, da Einzelzimmer oft klein sind oder sich in ungeliebten Bereichen befinden wie in der Nähe von Aufzügen oder Küchendunstabzügen
  • bei Führungen „Paten“ einsetzen (bei schlechtem Hören, bei Mobilitätseinschränkung)
  • Zimmer mit Aufzugsanbindung aussuchen
  • Keine zu langen Wege vorsehen

 
9) Kontakte
Wenn ein Clubmitglied nun wirklich nicht mehr zu den Veranstaltungen kommen kann, so muss trotzdem Kontakt zu ihm gehalten werden durch:

  • Rundschreiben
  • Mitteilungen
  • Protokolle
  • Fotos
  • Besuche
  • Geburtstags- und Weihnachtskarten vom Präsidenten
  • Besuche im Krankheitsfall, Kontakt zu Angehörige

Kontakt halten zum verwitweten Ehepartner durch Einladung

  • zu allen Veranstaltungen außer Mitgliederversammlung
  • vor allem zu Weihnachtsfeier, Präsidentenwechsel und Clubreise
  • zu Activitys
  • Geburtstags- und Weihnachtskarten vom Präsidenten

10) Sonstiges

  • Hilfe bei elektronischen Medien
  • Zeitschrift „Lion“ als Hörheft unter „LION hörbar“ auf www.lions.de

Es ist jedem Club zu empfehlen, offen und aufmerksam mit den Veränderungen im Alter bei sich selbst und bei den Lionsfreunden umzugehen. In einem Freundeskreis sollte jedes Mitglied mindestens eine vertrauensvolle Kontaktperson im Club haben, die bei möglichen Einschränkungen auch als eine Art „Pate“ fungieren kann.

Auch wenn Clubzusammenhalt und Mitgliederbeteiligung sich primär im Amt des Mitgliedschaftsbeauftragten (MB) vereinen, so sollten neben dem MB alle Mitglieder darauf achten, dass jedes Mitglied und auch verwitwete Partner wertvolle Teile des Clubs sind und gebraucht werden und die Möglichkeit haben, sich auch entsprechend einzubringen.
„Wer die Freunde nicht ehrt, ist die Nadel nicht wert!“ (Handbuch für Mitgliedschaftsbeauftragte der Lions Clubs)

Dies ist eine Ausarbeitung von PDG Ulrich Haag mit Unterstützung diverser KSEN und SEN aus dem Multi-Distrikt, 19.01.2020

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Videokonferenz einrichten - Installationsanleitung für eine PC/Tablet Fernwartung

Für die Einrichtung eines Audio-Video-Treffens über Computer ist ein gewisses Maß an Computererfahrung notwendig, die man bei einem Großteil der Senioren nicht voraussetzen kann. Mit Hilfe einer Fernwartung kann jedoch ein LEO, ein Lion oder ein Enkel von außen auf den Computer zugreifen und zusammen mit dem Senior alles Notwenige auf dem Computer installieren, so dass der Senior in Zukunft selbständig mit außen kommunizieren kann.

Installationsanleitung als PDF downloaden

Feedback und Ideen für Ergänzungen oder Verbesserungsvorschläge zu den Handreichungen sind stets willkommen. Richten Sie diese bitte über den unten stehenden Kontakt an:

Dr. Ulrich Haag
Fachbeirat Lions SEN