Der aktuelle Spendenstand für Lichtblicke 2020 beim RTL-Spendenmarathon

„Lichtblicke“ steht für den Kampf gegen vermeidbare Blindheit durch umfassende nachhaltige Verbesserung der augenmedizinischen Versorgung hunderttausender Menschen in den ärmsten Ländern unserer Erde. Zum zehnten Mal in Folge können Lions mit einer Spendensumme von einer halben Million Euro ein großes Hilfsprojekt mit einem Volumen von 1,5 Millionen Euro voll finanzieren. Stiftung RTL verdoppelt bis zu 500.000 Euro und die Stiftung beantragt weitere rund 500.000 Euro Zuschüsse beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Mit einem Euro dreifach helfen, dafür steht "Lichtblicke für Kinder in Äthiopien" in Kooperation mit der Stiftung RTL - Wir helfen Kindern.

Spendenstand am 19.10.2020:
211.455 Euro

Lichtblicke für Kinder 2020

Gleich zwei Jubiläen prägen unser aktuelles Lichtblicke-Projekt zugunsten von Kindern in Äthiopien: Es ist zum einen das zehnte Projekt dieser Art in Folge, das wir gemeinsam mit unserer Partnerorganisation, der Christoffel-Blindenmission, durchführen. Damit setzen wir eine Lions Erfolgsgeschichte der besonderen Art fort.

Zum anderen handelt es sich um den 25. RTL-Spendenmarathon, bei dem im November der amtierenden Governorratsvorsitzende der deutschen Lions unser Projekt live im Fernsehen vorstellt – gemeinsam mit einem prominenten Paten und einem Kurzfilm über die Arbeit in Äthiopien.

Zwei Jubiläen – ein guter Grund, das Rekordspendenergebnis vom letzten Jahr noch zu überbieten!

Aus einem Euro können drei werden!

Alle bis Sendebeginn im November gesammelten Spenden der Lions werden durch die "Stiftung RTL - Wir helfen Kindern" mit bis zu 500.000 Euro verdoppelt. Außerdem beantragt die Stiftung der Deutschen Lions Zuschüsse für das Projekt beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Bei erteiltem Zuschuss umfasst das Gesamtvolumen dann 1,5 Millionen Euro.

Seit 2011 wurden aus jedem gespendeten Euro drei Euro, die in jeweils einem ganzen Land die augenmedizinische Versorgung insbesondere für Kinder nachhaltig und langfristig verbessert haben.

 

 

Lichtblicke 2020 – Hoffnung in Zeiten von Corona

Auch und gerade angesichts der weltweiten Corona-Krise sollten wir die nicht vergessen, die schon vorher täglich mit Sorge um Ihre Existenz, ihre Sicherheit und ihre Zukunft konfrontiert waren und für die sich die Situation nun zusätzlich verschärft hat. Unsere Hilfe muss weitergehen! Deshalb setzen wir unser jährliches Hilfsprojekt zur Bekämpfung von vermeidbarer Blindheit und Armut mit unvermindertem Engagement fort. Ihre Spende setzt hier ein deutlich sichtbares Zeichen!

Infomaterialien zum Download

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Äthiopien - Ausgangssituation im Land und augenmedizinische Versorgung

Etwa 105 Millionen Menschen leben in der Demokratischen Republik Äthiopien. Auf dem Human Development Index der Vereinten Nation, ein Wohlstandsindikator für Staaten, belegte das Land im Jahr 2018 die Nummer 173 von 189. Es zählt also zu den ärmsten Ländern der Welt. Ein signifikanter Teil der Bevölkerung, fast 31 Prozent, lebt unter der absoluten Armutsgrenze und muss mit umgerechnet weniger als 1,25 USD pro Tag auskommen. Schätzungsweise 49 Prozent der Bevölkerung sind unterernährt. Ursachen des Hungers sind Dürre und Überschwemmungen, verschärft durch verbreitete Entwaldung und Erosion. Nur jeder zweite äthiopische Bürger hat Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Gesundheitssystem

Die medizinische Versorgung im Lande ist selbst in der Hauptstadt Addis Abeba nicht mit Europa zu vergleichen. Die Gesundheitsinfrastruktur ist unzureichend und hygienisch zum Teil hoch problematisch. Vielfach fehlen ausgebildete Ärzte und medizinische Fachkräfte.


Augenmedizinische Versorgung

Der Bereich Augenmedizin wurde vom äthiopischen Gesundheitsministerium bislang nur nachrangig behandelt. Aufgrund begrenzter Kapazitäten und geringen Budgets zur augenmedizinischen Versorgung sind die notwendigen Gesundheitsdienste nur schlecht oder gar nicht ausgestattet.

Demgegenüber gehört Äthiopien jedoch zu den Ländern in Subsahara-Afrika, in denen Blindheit und Sehbehinderung am häufigsten vorkommen. Diese haben auch schwerwiegende wirtschaftliche Folgen. Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Behinderung und Armut. Dabei sind in Äthiopien Erblindung und Sehstörungen größtenteils vermeidbar und/oder gut behandelbar.

Die Vermeidung von Blindheit bzw. die Verringerung des Blindheitsgrades würde zur Linderung der Armut beitragen. Denn durch die Erhaltung oder Wiedererlangung des Sehvermögens haben Menschen, insbesondere Kinder, leichteren Zugang zu Bildung und wirtschaftlicher Teilhabe.

Kinder sind besonders betroffen

Im Vergleich zur Erwachsenenblindheit stellt die Sehbehinderung bei Kindern eine besondere Herausforderung dar. Kinder, die mit einer Sehbehinderung geboren werden, benötigen dringend eine augenmedizinische Versorgung, damit eine normale Entwicklung garantiert werden kann. Denn eine zu späte Intervention kann zu Sehbehinderungen führen, die im Erwachsenenalter nicht mehr korrigierbar sind.

Trotz des hohen Bedarfs ist die Zahl der pädiatrischen Augenzentren und augenmedizinischen Fachkräfte bei Weitem nicht ausreichend, um den hohen Bedarf im Land zu decken. Laut WHO soll es mindestens eine pädiatrische Augenklinik pro 10 Millionen Einwohner geben. Doch für die 105 Millionen Einwohner in Äthiopien stehen nur sechs ausgebildete pädiatrische Augenärzte zur Verfügung. Der Mangel an voll ausgestatteten Augenkliniken und qualifizierten Fachkräften im Bereich Kinderaugenmedizin stellt somit eine enorme Belastung für die gesamte Gesundheitsversorgung dar.

Weitere Einschränkungen durch Corona

Die an sich schon außerordentlich schwierigen Zustände in der Gesundheitsversorgung werden durch die Corona-Pandemie noch verschärft. Unsere Partnerorganisation, die Christoffel Blinendmission (CBM), berichtet aus Äthiopien, dass die Stimmung unter dem medizinischen Personal angespannt und COVID-19 überall ein Thema ist. Die Krankenhäuser stellen bis auf weiteres die Behandlung von selektiven Fällen ein und behandeln nur noch Notfälle. Jede Verbesserung der medizinischen Versorgung im Land erhöht langfristig auch die Versorgungskapazitäten in Krisen wie dieser. Nicht zuletzt deswegen bleiben die Planungen für unser Lichtblicke-Projekt bestehen.

Dieses Projekt kann jedoch nur mit Ihrer Unterstützung verwirklicht werden.
Vielen Dank für Ihre Spende!

 

Die Projektplanung - So helfen wir!

Angesichts der großen Not besteht das globale Ziel unserer Hilfe darin, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern und die Blindheit im Einzugsgebiet zu verringern, indem der Zugang und die Qualität der Augengesundheitsdienste mit Fokus auf Kinderaugenmedizin verbessert werden. Die spezifischen Ziele sind:

  • Verringerung von Blindheit und schwerer Sehbehinderung bzw. schlechtem Sehvermögen von Kindern.
  • Stärkung der präventiven und medizinischen Versorgung durch kapazitätssteigernde Maßnahmen.

Zur nachhaltigen Bekämpfung vermeidbarer Blindheit in Äthiopien wollen Lions umfassende augenmedizinische Dienste, für Kinder und Erwachsene gleichermaßen, an zwei Standorten schaffen. Für diese Projekte benötigen wir Ihre Spende!

Standort 1: Menelik II Krankenhaus

An diesem Standort besteht das Ziel darin, eine umfassende augenmedizinische Versorgung für Kinder einzurichten. Zu diesem Zweck werden an der Augenklinik des Menelik II Krankenhauses der Universität von Addis Abeba spezialisierte Augenheilkunde-Angebote für Kinder gestärkt. Dazu gehören die folgenden Maßnahmen:

  • die umfassende Renovierung der bestehenden Augenstation sowie der Bau eines Low Vision Zentrums für Menschen mit schlechtem Sehvermögen,
  • Errichtung eines zusätzlichen Operationsaal eigens für pädiatrische Operationen,
  • Bestellung von neuen hochwertigen Geräten, Low Vision Geräten und Verbrauchsmaterialien für pädiatrische Operationen, Linderung von Sehstörungen und weitere Dienstleistungen in den oben genannten Abteilungen.

Darüber hinaus ist die Entwicklung eines Trainingszentrums für medizinische Fachkräfte geplant. Hierfür soll erstmals in Äthiopien ein sogenanntes Fellowship Programme in pädiatrischer Augenheilkunde eingeführt werden, um den Mangel an ausgebildeten Fachpersonal im Land zu begegnen. Durch die Stärkung der Augenabteilung und die Ausstattung mit neuwertigen medizinischen Geräten kann dies verwirklicht werden.

Zudem soll ein Identifizierungs- und Überweisungssystem eingeführt werden, um die frühzeitige Behandlung oder Operation von Kindern zu gewährleisten. Während der Projektlaufzeit werden darüber hinaus an drei staatlichen Neugeborenen- Intensivstationen Screenings durchgeführt, die auf eine mögliche Schädigung der Netzhaut hinweisen.

Schulung und Information

Um die Qualität der Dienste zu steigern wird das Fachpersonal gezielt geschult. So kann sichergestellt werden, dass blinde und sehbehinderte Kinder richtig und systematisch diagnostiziert und behandelt werden. Augengesundheitsprogramme an Grundschulen sowie Sensibilisierungs- und Informationskampagnen vermitteln darüber hinaus der Bevölkerung sowie politischen Entscheidungsträgern Wissen und weitere Informationen.

Standort 2: Cheshire Services Ethiopia

Ziel an diesem Standort, der Augenklinik der Cheshire Services Ethiopia (CSE) in Addis Abeba, ist die Stärkung der augenmedizinischen Versorgung für die Bevölkerung der vier Regionen Adis Abeba, Oromia, SNNP (Southern Nations Nationalities and Peoples) und Amhara. Zu diesem Zweck sollen die augenmedizinischen Dienste an der CSE gestärkt werden. Konkret:

  • Anschaffung der hierfür notwendigen medizinischen Geräte und Verbrauchsmaterialien,
  • Bau und Ausstattung einer Optikwerkstatt,
  • Ausbildung von augenmedizinischem Fachpersonal zur Steigerung der Qualität der Dienste und um angemessene Dienste in den Zielregionen anbieten zu können,
  • Vernetzung mit den Basisgesundheitszentren und primären Gesundheitsdiensten zur besseren Identifikation, Behandlung und Überweisung von Menschen mit Sehbehinderungen,
  • Einführung von Maßnahmen, um insbesondere die ländliche Bevölkerung besser zu erreichen,
  • Qualifizierung von Mitarbeitern der Gesundheitszentren in den Zielbezirken, um die Augengesundheit auf Gemeindeebene zu verbessern.

Auch hier spielen Information und Sensibilisierung der Bevölkerung eine wichtige Rolle. Dazu werden entsprechende Informationskampagnen durchgeführt. Darüber hinaus werden Lehrer an den jeweiligen Gemeindeschulen ausgebildet, um Augenerkrankungen zu erkennen und WASH Aktivitäten (WASH = Wasser, Sanitärversorgung, Hygiene) an den Schulen einzuführen.

Agroforstwirtschaft in Äthiopien

Schätzungsweise 49 Prozent der Bevölkerung Äthiopiens sind unterernährt. Nur jeder zweite äthiopische Bürger hat Zugang zu sauberem Trinkwasser. Ursachen des Hungers sind Dürre und Überschwemmungen, verschärft durch verbreitete Entwaldung und Erosion. Das Land ist daher auch besonders stark von der Klimaerwärmung betroffen. Durch andauernden Bevölkerungszuwachs werden mehr Lebensraum, Wasser und Nahrung benötigt. Wo Wälder abgeholzt werden, gehen wertvolle Ressourcen verloren, Brachland und Wüsten dehnen sich aus. Wenn das Überleben immer schwieriger wird, verlassen Menschen ihren angestammten Lebensraum.

Nachhaltigkeit verwurzeln!

Mit der Planung eines umfassenden und nachhaltigen Projekts zur Ernährungssicherung und Wiederaufforstung wollen Lions den Menschen in Äthiopien helfen, diesen Herausforderungen durch geeignete Maßnahmen entgegenzutreten.

Das geplante Projektvolumen von rund 660.000 € soll gemeinschaftlich finanziert werden. Die Stiftung der Deutschen Lions stellt für dieses Projekt einen Zuschussantrag auf Förderung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Neben der Finanzierung durch die Antonia Ruut Stiftung, wirbt der Lions-Distrikt Mitte-Nord gemeinsam mit der Stiftung der Deutschen Lions um Spenden. 100.000 Euro Eigenmittel werden benötigt, bei bewilligter Förderung wird jede Spende ein Vielfaches wert sein.  

Bitte spenden Sie!

Helfen Sie den Menschen in Äthiopien und helfen Sie mit Ihrer Spende das Spendenziel zu erreichen. Vielen Dank!

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Ziele: Projektregion und Planung

Die Projektregion Derashe liegt ca. 500 km südlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba im Regierungsbezirk SNNPR (Southern Nations, Nationalities, and Peoples Region). Auf 790 km² und in Höhenlagen von 1.250-2.600 m leben 170.000 Menschen vorwiegend von dem, was sie in der Landwirtschaft produzieren. Durch ihr Klima ist die Projektregion sehr gut geeignet zur Einführung von Agroforstwirtschaft. Die lokal anerkannte Organisation GPDA (Gardulla People Development Association) ist ein erfahrener Projektpartner, der in den letzten Jahren bereits zahlreiche Maßnahmen erfolgreich umgesetzt hat.

Im Rahmen der Planung dieses vierjährigen Projekts soll die GPDA die nötige Unterstützung und das Know-How zur Einführung der bisher dort unbekannten Agroforstwirtschaft erhalten: Mindestens 10.000 Kleinbauern, ihre Familien und die gesamte Projektregion Derashe werden nach erfolgreicher Umsetzung des Projekt von deutlichen Verbesserungen durch die Stärkung und den Ausbau vorhandener Strukturen, nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ profitieren.

Trainings zu nachhaltigem Anbau

Lions planen dieses große Projekt zur Verbesserung der Lebenssituation von Kleinbauern und ihren Familien in Zusammenarbeit mit unserem erfahrenen Lions-Partner, der Antonia Ruut Stiftung (Sitz in Trier) und lokalen Partnern. Erreicht werden sollen die Projektziele durch die Stärkung, Unterstützung und Begleitung von 18 bestehenden Farmer-Trainingscentern (FTC), die theoretische und praktische Trainings für rund 10.000 Kleinbauern zur Gewinnung und Verbesserung von Anbauflächen durchführen. Dazu wird vermittelt wie sich durch gezielte Bodenverbesserungen die Ernteerträge steigern lassen. Zu den Maßnahmen gehören außerdem regional angepasste Wiederaufforstungen durch den Anbau von Fruchtbäumen. Die Farmer lernen, wie Samen und Setzlinge gewonnen und wie die Bäume gepflanzt und gepflegt werden.

100.000 Bäume

Einzelne Frucht-Bäume auf landwirtschaftlichen Flächen ermöglichen Obsternten und die Beschattung der Anbauflächen, großflächige Anpflanzungen geeigneter Baumarten verbessern neben der Wasserversorgung auch das Mikroklima in der Projektregion. Langfristig wird so auch die Erosion der Böden verringert und die CO2-Bilanz verbessert.

Zukunftsperspektiven schaffen!

Resultierend aus der ertragsseigernden Bewirtschaftung werden die Farmer außerdem bei der Vermarktung der produzierten Erzeugnisse beraten und begleitet. Damit erhalten sie über die Subsistenzwirtschaft hinaus ein bescheidenes Einkommen und können die wirtschaftliche Lebensgrundlagen für sich und ihre Familien nachhaltig verbessern.

Wasser und landwirtschaftliche Entwicklung

Distriktprojekt des Lions-Distrikts Nord (N)

"Wasser ist Leben" steht für nachhaltige Lions-Projekte im Bereich WaSH und ist außerdem das Motto des Kongress der Deutschen Lions 2019 in Kiel. Der Distrikt Nord (N) unterstützt im Lions-Jahr 2018/2019 ein umfassendes und nachhaltiges Wasserprojekt in Äthiopien, im Südwesten des Landes in den Verwaltungsbezirken (Woredas) Shashogo und Misrak Badawachu, die sich in der Provinz SNNPR (Southern Nations Nationalities People´s Region) befinden. Das Projekt wird vom HDL in bewährter Kooperation mit der Antonia-Ruut-Stiftung initiiert und umgesetzt.

Obwohl Äthiopien mit einem überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum von ca. 8-10 %  auf einem guten Weg ist, die Lebensverhältnisse im Land nachhaltig zu verbessern, gehört es derzeit noch zu den am wenigsten entwickelten Staaten der Erde: rund ein Drittel der Bevölkerung lebt in extremer Armut. Ein eindeutig bremsender Faktor ist das in weiten Gebieten des Landes fehlende Wasser.

Äthiopien hat fast 100 Millionen Einwohner und ist mit 1,1 Millionen Quadratkilometer Fläche etwa drei Mal so groß wie Deutschland. Derzeit nimmt Äthiopien im weltweiten Vergleich die meisten Flüchtlinge auf, über 800.000 Menschen wurden im vergangenen Jahr registriert, hauptsächlich aus Südsudan, Somalia und Eritrea. All diese Menschen müssen sich nicht nur mit Wasser, sondern auch mit Nahrungsmitteln versorgen. Neben dem Problem immer längeren Trockenzeiten und ausbleibendem Regen wodurch Reservoirs austrocknen und Brunnen trocken fallen, fehlt es auch an Wissen zu angepassten Anbaumethoden und Verhinderung von Monokulturen und Erosion.

Wasser fehlt überall

In der Projektregion im Südwesten des Landes sind fast alle Bewohner als Kleinbauern oder Tagelöhner in der Landwirtschaft tätig. Mangels Wasser und anderer Arbeitsmöglichkeiten wandern die Menschen jedes Jahr vor allem in der auch als „Hunger Season“ beschriebenen Trockenzeit für 2-4 Monate in die Städte ab, wo sie auf Hilfslieferungen angewiesen sind. Nur etwa 17,5 % der Menschen Zugang zu einer (lokal als angemessen bewerteten) Trinkwasserversorgung (im Landesdurchschnitt 57 %). Lokal angemessen bedeutet: in einer Entfernung von bis zu 1,5 km sind für jede Person „einige Liter“ trinkbares Wasser erreichbar.

Wasser fehlt überall: Als Trinkwasser und in der Landwirtschaft aber auch für die persönliche Hygiene. Fehlenden Sanitäreinrichtungen begünstigen die Ausbreitung der sogenannten "Water Borne Diseases", der wasserverursachten Krankheiten die ursächlich für eine hohe Kindersterblichkeit sind. Armut, Perspektivlosigkeit und totale Abhängigkeit von Hilfslieferungen führen vermehrt zur Flucht, nicht nur vom Land in die Stadt sondern auch über die Landesgrenzen hinaus.

Lions leisten Hilfe zur Selbsthilfe

Mit diesem Projekt soll die Lebenssituation von rund 25.000 Menschen, selbstversorgenden Kleinbauern und ihren Familien, dauerhaft verbessert werden. Dazu werden an vier Standorten Brunnen gebohrt und Pumpen installiert, die mit Solarpaneels betrieben werden. Sind die Brunnen gebohrt und in Betrieb, werden von der Zielgruppe in Eigenleistung unter Anleitung des lokalen Partners SMART, die einfachen Gebäude und Einrichtungen erstellt: Auf Betonfundamenten entstehen die „Wasserkioske“ zur Abnahme von Frischwasser guter Qualität aus dem Brunnen und Duscheinrichtungen sowie Geräteschuppen. Das für die landwirtschaftliche Nutzung vorgesehene Gelände wird eingezäunt. Um zusätzlich Regenwasser oder gepumptes Wasser längerfristig für die Bewässerung nutzen zu können, entstehen Hochbehälter. In Schulungen wird Basiswissen zur Körperhygiene und den Umgang mit dem wertvollen (Über-) Lebensmittel vermittelt.

Wasser ist die Voraussetzung für nachhaltige Landwirtschaft 

Weitere Schwerpunkte des Projekts liegen anschließend in der nachhaltigen Nahrungsmittelsicherung durch Vermittlung von Know-how in aktivem Bodenmanagement, einer dem Klima und den lokalen Bedingungen angepasster Bewirtschaftung und Vermarktung. Die Antonia-Ruut-Stiftung arbeitet seit mehreren Jahren eng mit der lokalen Nichtregierungsorganisation SMART (Sustainable Management of Alternative and Renewable Technologies) zusammen. Es gibt bereits ein Trainingscenter für Kleinbauern. Die Nutzung von organischem Material zur Bodenverbesserung ist in Äthiopien weitgehend unbekannt, Viehdung wurde bisher verbrannt. SMART hat ein Verfahren entwickelt und veröffentlicht, wie mit organischen „Abfällen“ auch aus den entstehenden Toiletten wertvoller Kompost gewonnen und zur Bodenverbesserung eingesetzt wird. Das Verfahren wird inzwischen schon seit mehreren Jahren erfolgreich angewandt.

In unserem Projekt sollen 2.000 Kleinbauern mit einfachen Werkzeugen ausgestattet, intensiv geschult und begleitet werden, bei einer durchschnittlichen Familiengröße von 6-7 Personen erreichen wir damit in der Projektlaufzeit ca. 13.000 Menschen, weitere durch den nachhaltigen Wissenstransfer von geschulten Multiplikatoren. Es werden Bäume angepflanzt, diese spenden in einigen Jahren Schatten für empfindliche Anpflanzungen und tragen wertvolle Früchte zur Eigennutzung und Vermarktung. Es wird reproduzierbarer Samen gewonnen, Keimlinge und Anpflanzungen werden dank ganzjähriger Bewässerungsmöglichkeiten durch die Dürrezeiten gebracht. Anbau, ertragreiche Ernten und Viehwirtschaft sind nur mit zuverlässiger und ganzjähriger Verfügbarkeit von ausreichend Wasser möglich.

Gemeinschaftliche Unterstützung

Das Projekt wird finanziert durch die Lions Clubs im Distrikt N, die Antonia-Ruut-Stiftung und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Vorrausetzung für die 75-prozentige BMZ-Förderung sind u.a. den lokaler Träger vor Ort bei der Umsetzung der Ziele, die die Zielgruppe selbst definiert, zu unterstützen und zu stärken, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und in einer Partnerschaft auf Augenhöhe vorhandene Strukturen und Kapazitäten zu stärken (Capacity Building

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Lions-Hilfe für Äthiopien

Das Hospital in Bisidmo ist die Anlaufstelle für Hilfe suchende Familien. Von hier aus wird die Lions-Hilfe koordiniert (Bild: DAHW)

(ab 2017) Äthiopien ist stark von der Hungersnot in Afrika betroffen, viele Menschen leiden Hunger und kämpfen ums Überleben. Mit rund 50.000 Euro unterstützen die deutschen Lions die sofortige Versorgung von über 350 Haushalten mit Nahrungsmitteln im Sinne der humanitären Hilfe sowie ein nachhaltiges Hilfsprojekt zur längerfristigen Nahrungsmittelsicherheit.Das Land am Horn von Afrika ist besonders vom Klimawandel betroffen und bekommt die Auswirkungen schwer zu spüren. Auf lange Dürrephasen folgen verheerendende Überschwemmungen. Massive Rodungen verstärken die Bodenerosion, die Böden werden immer unfruchtbarer. Die Menschen in Äthiopien kämpfen mit dauerhafter Nahrungsknappheit, Krankheiten und Existenzängsten.

Erste Ernte in Bisidimo, Äthiopien in Aussicht

Gemeinsam mit der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) hat das Hilfswerk der Deutschen Lions, im Rahmen der Nothilfe der deutschen Lions für Afrika ein Projekt für die hungernden Menschen in Bisidimo, Äthiopien iniitiert.

Dank der Lions-Spenden steht die nächste Ernte bevor

Mit dem Projekt soll das Überleben der Betroffenen gesichert und langfristig die Selbsversorgung verbessert werden. In einer ersten Verteilungsrunde wurden 60 kg Mais, 1,5 Liter Speiseöl und Saatgut (6 kg Mais und 6 kg Sorghum) pro Begünstigten an 800 Haushalte ausgegeben.

Jetzt erreichte uns die gute Nachricht, dass die ausgesäten Samen bereits aufgegangen sind und dank der beginnenden Regenzeit gut wachsen. Es wird davon ausgegangen, dass im Oktober / November die Ernte stattfinden kann.
Dank weiterer Spenden der Lions wurden nun weitere 400 Begünstigte, nach den für die erste Runde bereits genehmigten Auswahlkriterien unter Mitwirkung der lokalen Bevölkerung (durch gewählte Ausschüsse), ausgewählt und genehmigt.

Hilfe aufgestockt

Während der zweiten Verteilungsrunde werden 100 kg Mais, 4l Speiseöl pro Begünstigten an 400 weitere Haushalte ausgegeben. Die Menge ist etwas erhöht worden, da es die zunächst letzte Ausgabe vor der Ernte ist.

Die grünen Maispflanzen lassen auf eine gute kommende Ernte hoffen. Wir danken im Namen der Menschen in Bisidimo, Äthiopien allen Spendern für die Hungerhilfe der Lions!

Die saftig-grünen Pflanzen machen Hoffnung auf eine gute Ernte. Im Vordergrund ein Bild von der Verteilung des Saatguts und der Lebensmittel. (Foto: DAHW)

Bildergalerie mit Klickvergrößerung

Lions-Hilfe für rund 800 Familien

Aus Äthiopien erreichte uns der erste Zwischenbericht von der Nahrungsmittelhilfe für rund 800 Haushalte. Das Projekt wird in der Region Oromia, in Woreda im Osten des Landes umgesetzt. Woreda hat eine Bevölkerung von über 92.000 Menschen. Die Menschen hier bestreiten ihren Lebensunterhalt, zu etwa 70 Prozent,  überwiegend aus der Landwirtschaft. Mais und Sorghum sind die wichtigsten Grundnahrungsmittel in Äthiopien.

Wiederkehrende Dürre-Perioden verschärfen die aktuelle Trockenheit

Sich wiederholende Jahreszeiten mit wenig oder keinen Niederschlägen im Jahr 2015, verschärft durch das El Niño Phänomen, führten im Jahr 2016 zu der schlimmsten Dürre seit Jahrzehnten. Die aktuelle Dürre traf Äthiopien, bevor das Land eine Chance hatte, sich zu erholen.
Viele Familien kämpfen immer noch mit den Folgen der letzten Dürre, die zu vielen Verlusten bei Viehbeständen, Nutzpflanzen und anderen produktiven Besitztümern führte.
Die Gemeinden in der Oromia Region sind besonders betroffen. Die bereits verarmten Familien trifft die erneute Dürre mit aller Härte und bringt sie in eine verzweifelte Situation.

Ihre Hilfe kommt an!

Durch die Bereitstellung von Lebensmitteln, Saatgut und Vieh konnte jetzt 800 landwirtschaftlichen Haushalten geholfen werden. In den vergangenen Wochen wurde folgende Maßnahmen umgesetzt: Zwei Unterausschüsse wurden von Dorfältesten, Frauen und anderen Gemeindeführern zur Unterstützung bei der Auswahl der bedürftigsten Familien gegründet. Nach der ersten Auswahl wurde in den Gemeinden über die Auswahl abgestimmt und mit Zustimmung der Gesamtgemeinschaft bestätigt. Außerdem wurde der Einkauf der Lebensmittel koordiniert und eine sichere Lager- und Verteilungsstelle ausgewählt.

Pro begünstigtem Haushalt wurden in einer ersten Verteilungsrunde je 60 kg Mais, 1,5 Liter Öl und Saatgut ausgegeben. Außerdem erhielt jeder Haushalt eine Ziege. Für die langfristige Hilfe sind Maßnahmen zur selbstständigen Ernährungssicherung geplant.

Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) hat ihren Sitz in Würzburg. Im Juni erschien ein Artikel in der Rhein Neckar Zeitung, in dem auch das Lions-Engagement in Äthiopien beschrieben wird.

Artikel aus der Rhein Neckar Zeitung vom 06.06.2017
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Solarbrunnenprojekt im ländlichen Äthiopien

Distrikt MS fördert den Bau von Solarbrunnen in Äthiopien

Äthiopien ist eines der ärmsten Länder der Erde. Rund 83 Prozent der Bevölkerung leben im ländlichen Raum und leben von der Hand in den Mund. Nur etwa ein Viertel der Fläche die Potenzial für die landwirtschaftliche Nutzung hat, wird kultiviert.
Weniger als die Hälfte der Bevölkerung hat Zugang zu sauberem Trinkwasser, auf dem Land sogar noch weniger. Es herrscht generelle Wasserknappheit unter der die Landwirtschaft und damit die Nahrungsmittelversorgung leiden. Der Anbau von landwirtschaftlichen Produkten kommt während der Trockenzeit (der sogenannten „Hunger-Jahreszeit“) zu einem vollkommenen Stopp. Wenig bis kein Verdienst und die größtenteils veralteten und stark saisonabhängigen Anbaumethoden machen die Landwirtschaft unrentabel.Verschmutztes Wasser und schlechte sanitäre Verhältnisse können für den Tod von vielen, besonders von kleinen Kindern unter 5 Jahren durch Durchfall und damit verbundene Folgeerkrankungen wie Mangelernährung, Lungenentzündungen und Malaria  verantwortlich gemacht werden.

Schon vier vergleichbare Projekte hat die Antonia-Ruut-Stiftung im ländlichen Äthiopien realisiert, hier die Solarpanels mit Pumpe und Wassertank in Jemaya. (Foto: ARS)

WaSH-Projekt mit Extras

Lions aus dem Distrikt MS und aus Äthiopien haben sich in Kooperation mit der Antonia-Ruut-Stiftung und mit Bezuschussung durch die Lions Clubs International Foundation (LCIF) für ein Projekt im Südwesten des ländlichen Äthiopien am Standort des Dorfes Shemsa Jamaya engagiert, das sowohl einer besseren Wasserversorgung, der Bereitstellung von generellen Hygiene- und Sanitäreinrichtungen (WaSH) und zusätzlich der Nahrungsmittelversorgung dient.

Das Herzstück des Projekts in Shemsa Jamaya ist der Bau eines Solarbrunnens. Seine Pumpe steckt – je nach Brunnentiefe – etwa 120 Meter tief in einem Brunnen. Anders als bei konventionell betriebenen Brunnen, die zum Beispiel mit einem Dieselmotor laufen, wird die Pumpe mittels einer Batterie von 16 hocheffizienten Solarmodulen betrieben, die dem Sonnenverlauf folgen. Mittags mit der höchsten Sonneneinstrahlung ist das Fördervolumen am größten. Nachts steht die Pumpe still so dass der Wasserstand im Brunnen wieder ansteigen kann. Zwei der Module werden für die Stromversorgung und Beleuchtung und zum Laden von Handys verwendet. An den Brunnen ist ein Tank mit einem Fassungsvermögen von 5.000 Litern angeschlossen. Damit lassen sich Schwankungen der Pumpe und in der Nachfrage gleichermaßen ausgleichen.

Ebenfalls zum Projekt gehören Sanitäreinrichtungen, die ohne die kontinuierliche Wasserförderung des Brunnens undenkbar wären: Es gibt ein Duschhaus zur Körperpflege, ein Waschhaus und eine größere Toilettenanlage mit Handwaschgelegenheiten. Das Abwasser wird dabei in jedem Schritt durch eine Pflanzenkläranlage gereinigt und mehrfach genutzt: Das gereinigte Dusch-Abwasser wird im Wäschehaus zum Waschen der Wäsche verwendet. Nach einer nochmaligen Klärung steht das Wasser im Toilettenhaus zur Spülung zur Verfügung. Im nächsten Reinigungsschritt können Pflanzensetzlinge bewässert werden. Die immer noch gute Qualität des Wassers ermöglicht zudem die Versorgung einer Viehtränke mit Wasser. So geht nahezu kein Tropfen des wertvollen Rohstoffs Wasser verloren. Bis zu 20.000 Menschen profitieren von diesem Projekt.Trinkwasser und alle anderen WaSH-Dienstleistungen werden zu sozialen Preisen verkauft, die vor Ort zusammen mit der  Regierung festgelegt werden. Damit werden Rücklagen für die Wartung und Erhaltung aller Anlagen gebildet.

Gegen Armut und Hunger

Die permanente Chance, Setzlinge durch die Trockenzeit zu bringen verbessert die Ernährungssicherheit und bietet die Möglichkeit, durch den Verkauf von Lebensmitteln Einkommen zu erzielen. Die Pflanz- und Erntesaison verlängert sich von drei bis vier Monaten auf bis zu 12 Monate im Jahr. Das dringend benötigte Einkommen können die Menschen für  Bildung (Schulgebühren, Materialien), Gesundheitsversorgung (Medikamente) und die Verbesserung der Anbaumethoden und den Kauf von besserem Saatgut verwenden.

Hier können Sie sich ein Video zu einem vergleichbaren Projekt im ländlichen Äthiopien ansehen (Afto).

Grund- und Hauptschule in Maychew eingeweiht

(12.12.2011) Nach eineinhalbjähriger Bauzeit war jetzt Schulstart für die Grund- und Hauptschule in Maychew. Ein eindrucksvoller Zeitungsartikel berichtet über die feierliche Zeremonie und den besonderen Tag für alle Beteiligten.

Gerade einmal zwei Jahre nach der Eröffnung des Kindergartens „Bethlehem“ wurden im Herbst diesen Jahres zunächst rund 140 Mädchen und Jungen in drei Klassen eingeschult. Friedhelm Dünnebacke, Dr. Gabriel Hefele und Dr. Günter Lenfers erlebten in Maychew im Norden Äthiopiens die Einweihung der maßgeblich vom Lions Club Limburg finanzierten Gru

Die Limburger Presse stellte uns freundlicherweise einen ausführlichen Bericht vom 05.12. zur Verfügung, in dem das Resultat des langjährigen und äußerst erfolgreichen Engagement des LC Limburg eindrucksvoll beschrieben wird.

Artikel: Glückliche Löwen

Neue Schule für 450 Schüler in Maychew/Äthiopien gebaut

Das Projekt verblüfft und macht große Freude: der Lions Club Limburg hat in Äthiopien, einem der ärmsten Länder der Welt, eine Grund- und Hauptschule für 450 Schüler gebaut.

Unter der Lions-Präsidentschaft von Friedhelm Dünnebacke wurde das ambitionierte Schulprojekt 2005 angestoßen. Zuvor hatten die Limburger Lions den dringenden Wunsch der Stadt Maychew nach einer Schule erhalten und beschlossen, sich auch dieser Herausforderung zu stellen. Der Lions-Ball 2007 mit Präsident Christoph Hesselmann wurde kurzerhand unter dieses Motto gestellt und brachte stolze 50.000 Euro ein. Mit diesen Eigenmitteln und dank der Förderung durch das Bundesministerium  für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) konnte das Vorhaben durch die enge Begleitung von Friedhelm Dünnebacke über das HDL realisiert werden.

Lions Club Limburg engagiert sich seit 30 Jahren in dem Land

Die Schule ist ein Meilenstein im 30-jährigen Engagement der Limburger Lions in Äthiopien. Seit drei Jahrzehnten leistet der Lions Club in dem nordafrikanischen Land Hilfe zur Selbsthilfe. Über enge persönliche Kontakte unterstützt der Club das dortige Bistum in Adigrat. Dieses hilft der Bevölkerung in der rund 50.000 Quadratkilometer großen Region Tigray mit insgesamt 4,5 Millionen Einwohnern nicht nur im sozialen Bereich, sondern verbessert seit Jahren durch nachhaltige und systematische Aufbauarbeit auch die Bildungschancen der Kinder. Das ist auch dringend notwendig, schließlich kann die äthiopische Regierung in der Stadt Maychew nach eigenen Angaben noch nicht einmal für die Hälfte der Kinder Schulplätze zur Verfügung stellen.

Mit Hammer und Meißel

Der Bau der Schule erfolgte völlig ohne Maschinen. Die Arbeiter zerkleinerten Felssteine mit Hammer und Meißel, schachteten die Fundamente mit Muskelkraft aus und mischten auch den Mörtel mit der Hand. Während der Bauzeit fanden so auf der Baustelle bis zu 70 Menschen eine Verdienstmöglichkeit. Der Unterricht in der neuen Schule beginnt im September 2011. Dann werden dort Mädchen und Jungen von den Ordensschwestern „Daughters of Charity“ nach den pädagogischen Methoden Maria Montessoris unterrichtet. Die Nachhaltigkeit und den laufenden Betrieb stellen das Bistum Adigrat und der Orden sicher. Bevorzugt nimmt die Schule arme und sozial benachteiligte Kinder auf, die sonst keinerlei Chance auf einen erfolgreichen Schulbesuch hätten. In den Anfangsjahren wird zusätzlich Förderunterricht angeboten, der die Kinder auf die Eingliederung in das reguläre Schulsystem vorbereitet.

Die Ursprünge der Hilfe der Limburger Lions gehen auf persönliche Verbindungen zurück: Gewährsmann des Lions-Engagements in Äthiopien ist Pater Dietmar Lenfers, Bruder des Limburger Lions-Freundes Dr. Günter Lenfers. Der Ordensmann ist als Afrika-Missionar der „Weißen Väter“ und als Professor im Priesterseminar des Bistums Adigrat tätig. Er weiß um die große Hilfsbedürftigkeit der Bevölkerung und sorgt dafür, dass die Hilfe an der richtigen Stelle ankommt. So wurden die Menschen in der Region Maychew immer wieder mit Medikamenten, Werkzeugen und anderen Hilfslieferungen unterstützt.

Kindergarten für bedürftige Kinder

Bereits in den Jahren 2004 bis 2005 initiierten die Limburger Lions für rund 170 Kinder in Maychew den Bau des Kindergartens „Bethlehem“, der 95.000 Euro kostete und vom Lions Club Limburg ohne öffentliche Mittel finanziert wurde. Kinder, die überwiegend aus unterprivilegierten Bevölkerungsschichten stammen und teilweise als Halb- und Vollwaisen aufwachsen (die HIV-Rate liegt bei 20 Prozent), werden so schon früh in eine soziale Gemeinschaft eingebunden. Mit der nun auf dem gleichen Grundstück entstandenen Schule erhalten diese Kinder die Chance auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz – und somit die Perspektive auf ein selbständiges und eigenverantwortliches Leben.

Lesen Sie mehr zu den Aktivitäten des LC Limburg unter: www.lionsclub-limburg.de